Der Schlips

Der Schlips "Herrschaften, wer hat heutzutage Zeit, sich morgens einen Schlips zu binden?", fragt Franz Biberkopf in Alfred Döblins 1929 erschienenem Klassiker "Berlin Alexanderplatz", um klassenbewusst nachzufragen: "Warum trägt der Prolet keinen Schlips? Weil er ihn nicht binden kann."

Er gehört seit Jahrhunderten zum festen Repertoire der Herrenbekleidung - mal als "Halsparasit" oder "Kulturstrick" verschrien, mal als unveräußerliches Kennzeichen des Gentleman gefeiert. Für die 68'er war die Krawatte das verhasste Erkennungszeichen des Establishments, für ihre Gegner die Bastion des konservativen Menschenverstandes und der Kultur des Abendlandes. Die Krawatte hat sich jedenfalls ihren festen Platz in der europäischen Geistesgeschichte erobert.

Die Modelegende besagt, dass die Krawatte im Jahre 1660 von kroatischen Söldnern in die Pariser Hofmode eingeführt wurde - daher wahrscheinlich der Begriff "Krawatte" , was "Kroate" bedeutet haben soll.. Doch bereits im 15. Jahrhundert war die Halsbinde nicht unbekannt. Ob nachlässig um den Hals geschlungen wie die um 1700 beliebten Steinkerkes, ob verspielt und rebellisch wie die Lavallière, die nach einer Mätresse Louis XIV. benannt wurde (und die sich unter Künstlern und Denkern bis weit ins 19. Jahrhundert hinein hielt), stets bestand ein Bedürfnis nach modischem Halsschmuck.

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Der gesellschaftliche Wandel und nicht zuletzt die Industrialisierung machten die Krawatte nicht mehr nur für Adelige, sondern nach und nach auch für ganze Berufsgruppen zur Pflicht. Standesbewusst war sich auch das Bürgertum nun eine Krawatte schuldig.

Die früher verbreiteten Querbinder waren für den täglichen Gebrauch eher weniger geeignet, brauchte doch der Mann von Welt teilweise mehrere Stunden, um sie kunstvoll zu schlingen. Deshalb setzte sich der Langbinder durch, der schon wesentlich mehr Ähnlichkeit mit unserer heutigen Krawatte hatte und wesentlich einfacher zu binden war. Der Binder wurde zum Statussymbol und unterstrich die Zugehörigkeit ihres Trägers zur neuen Oberschicht.

Immer noch war die traditionelle Krawatte ein Zeiträuber par excellence. Deshalb erhielt schließlich die Krawatte durch den amerikanischen Krawattenhersteller Jesse Langsdorf 1924 in New York die aktuelle, leichter zu handhabende Form.

Auch wenn heutige Krawatten nicht so komplex sind wie ihre historischen Vorbilder, so ist dennoch der richtige Knoten wichtig. Dieser muss zur Krawatte, zum Hemd, aber natürlich auch zum Träger passen. So passen gerade zu schmalen, einfarbigen Krawatten schmale Knoten wie der Four-in-Hand. Zu klassischen britischen Streifen hingegen empfiehlt sich eher ein breiter Knoten wie der doppelte Windsor. Die Krawatte sollte etwa auf Höhe der Gürtelschnalle enden.

Heute demonstriert der edle Binder nicht unbedingt die Zugehörigkeit zu einer sozialen Gruppen, sondern ist "Business-Rüstung", Ausstrahlungsverstärker und modisches Accessoire, das seinem Träger einem Hauch von Eleganz und Gepflegtheit verleiht.

Doch woher kommt eigentlich der Ausdruck "Schlips"? Die Herkunft dieses Wortes ist schnell erklärt. Es kommt vom niederdeutschen "slips", was soviel wie "Tuchzipfel" bedeutet. Ursprünglich bezog es sich nur auf das Ende der Krawatte, wurde aber später auf den ganzen Binder übertragen. Unter Seglern und Seeleuten ist auch zum Beispiel ein "auf Slip" gebundener Knoten bekannt, der mittels einer Schlaufe sich auf Zug wieder öffnet. Sollten Sie das mit einem Krawattenknoten versuchen, so könnten Sie den Träger damit erdrosseln.

Fühlen Sie sich jetzt auf den Schlips getreten? Hoffentlich nicht. Diese Redewendung hat aber auch nicht das Geringste mit Krawatten zu tun. Eine "Schlippe" war einfach das verlängerte Ende eines Gehrocks oder Frackschoßes. Im Gedränge konnte es schon einmal passieren, dass man jemandem auf den Rockzipfel stieg.